01Jersey-Stoffe im Vergleich
Die wichtigsten Eckdaten der sechs Stoffarten nebeneinander. Tipp auf einen Stoffnamen, dann kommst du direkt zum ausführlichen Artikel.
| Eigenschaft | Baumwolljersey | French Terry | Bambusjersey | Viskosejersey | Rippjersey | Merinowolle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GSM | 220 g/m² | 235–240 g/m² | 230 g/m² | 220 g/m² | 240 g/m² | 200 g/m² |
| Breite | 160 cm | 160 cm | 150 cm | 150 cm | Schlauchware 35–45 cm | 160 cm |
| Stretch | 2-Wege-Stretch | 2-Wege-Stretch | 2-Wege-Stretch | 2-Wege-Stretch | 4-Wege-Stretch | Natürliche Dehnung durch Rippstrick |
| Einlauf | ca. 3–5% | ca. 5–7% | ca. 5–7% | ca. 5–8% | ca. 3–5% | ca. 3–5% bei Wollprogramm |
| Zertifizierung | GOTS | OEKO-TEX | OEKO-TEX | OEKO-TEX | GOTS | OEKO-TEX, Mulesing-frei |
| Ideal für | T-Shirts, Leggings, Kinderkleidung | Hoodies, Jogger, Sweaterkleider | Unterwäsche, Shirts, Kleider | Sommerkleider, Tops mit Fall | Bündchen, Halsausschnitte, Säume | Funktionswäsche, Baselayer, Outdoor |
Auf dem Handy lässt sich die Tabelle seitlich wischen →
02Unsere Stoffarten
Jede Stoffart hat ihren eigenen Charakter. Hier in Kürze, was sie ausmacht, und für die ganze Geschichte geht es weiter in den Artikel.
Baumwolljersey
Unser Kernstoff. Bei 220 g/m² und 160 cm Breite holst du pro Meter mehr Zuschnitt raus, und das bei 700+ exklusiven Digitalprints. GOTS-zertifiziert, was bei bedrucktem Jersey selten ist.
Mehr erfahren →French Terry / Sommersweat
Viele kennen ihn als Sommersweat. Dicker als Baumwolljersey, aber weicher als klassischer Sweatshirtstoff. Die angeraute Innenseite wird mit jeder Wäsche noch ein bisschen kuscheliger.
Mehr erfahren →Bambusjersey
Seidig weicher Griff, von Natur aus geruchshemmend und temperaturausgleichend. Fällt fließend und eignet sich gut für Drapierungen. Bambus braucht im Anbau weniger Wasser als Baumwolle.
Mehr erfahren →Viskosejersey
Der fließendste aller Jersey-Stoffe. Fällt wunderbar weich am Körper und fühlt sich kühl an. Der Einlauf liegt höher als bei Baumwolljersey, deshalb hier auf jeden Fall vorwaschen.
Mehr erfahren →Rippjersey / Bündchenstoff
Auch Bündchenstoff genannt. Sehr dehnbar und springt zuverlässig in Form zurück. Kommt als Schlauch (rundgestrickt): einfach aufschneiden, dann liegt er flach zum Zuschnitt.
Mehr erfahren →Merinowolle Jersey
Temperaturausgleichend, geruchsneutral und von Natur aus geruchshemmend. Mit 19,2 Mikron kratzt die Faser nicht auf der Haut. In Dänemark gestrickt und mulesing-frei.
Mehr erfahren →03Glossar
Die wichtigsten Stoffbegriffe kurz erklärt, damit du beim Stöbern und Nähen nicht rätseln musst.
- Rapport
- Der Rapport ist die Wiederholungseinheit eines Musters im Stoffdruck. Er hilft dir beim Platzieren von Motiven und beim Stoffverbrauch, gerade bei großen Prints.
- GSM (g/m²)
- GSM bedeutet Gramm pro Quadratmeter und beschreibt das Stoffgewicht. Jersey liegt oft bei ca. 160–240 g/m²: leichter für Shirts, schwerer für Hoodies und Kleider.
- Querelastizität
- So stark dehnt sich der Stoff in der Breite, von Webkante zu Webkante. Für bequeme Kleidung sind ca. 20–50% Querelastizität typisch, je nach Jersey-Art.
- Längselastizität
- So stark dehnt sich der Stoff in der Länge, parallel zur Webkante. Viele Jerseys dehnen längs weniger als quer, was für Passform und Ausleiern wichtig ist.
- GOTS
- GOTS (Global Organic Textile Standard) ist ein Bio-Textilsiegel mit strengen Umwelt- und Sozialkriterien. Es umfasst die gesamte Lieferkette, nicht nur die Faser.
- OEKO-TEX
- OEKO-TEX (z. B. STANDARD 100) prüft Textilien auf Schadstoffe. Es sagt nichts über Bio-Anbau aus, ist aber ein guter Hinweis für hautnahe Kleidung.
- Vorwäsche
- Vorwäsche heißt: Stoff vor dem Zuschnitt waschen, so wie du das fertige Teil später pflegst. So entfernst du Ausrüstungen und vermeidest Einlauf-Überraschungen.
- Einlauf
- Einlauf ist das Schrumpfen des Stoffes nach dem Waschen und Trocknen. Bei Baumwolljersey sind 3–7% möglich, bei heißer Wäsche oder Trockner oft mehr.
- Single Jersey
- Single Jersey ist ein einlagig gestrickter Jersey mit glatter Vorderseite und leicht maschiger Rückseite. Er ist meist weich, gut dehnbar und rollt an Schnittkanten gern ein.
- Rundstrikket
- Rundstrickware wird als Schlauch gestrickt, ohne seitliche Webkante. Du erkennst sie oft am Schlauch beziehungsweise an fehlenden Webkanten auf beiden Seiten.
- Digitalprint
- Beim Digitaldruck wird das Motiv direkt aus der Datei auf den Stoff gedruckt. Gut für kleine Auflagen und viele Farben, die Rückseite bleibt meist heller.
- Rotationsdruck
- Rotationsdruck nutzt Druckschablonen (Zylinder) und ist sehr effizient bei großen Mengen. Die Farben wirken oft gleichmäßig und kräftig, Motive sind meist rapportiert.
- Meterware
- Meterware kaufst du nach Länge (z. B. 0,5 m, 1,2 m) bei fester Stoffbreite. Achte immer auf die Breite (z. B. 150 cm), sie beeinflusst deinen Verbrauch stark.
- Zuschnitt
- Zuschnitt ist das Zuschneiden der Schnittteile aus dem Stoff. Bei Jersey lohnen sich ein Rollschneider und Gewichte, damit sich nichts verzieht.
- Fadenlauf
- Der Fadenlauf zeigt die Richtung, in der Schnittteile liegen sollen. Bei Jersey orientierst du dich meist an der Maschenrichtung beziehungsweise an der Webkante oder Schlauchkante.
- Overlock
- Eine Overlock näht, schneidet und versäubert in einem Schritt mit elastischer Naht. Sie ist praktisch für Jersey, aber nicht zwingend nötig.
- Strickrichtung
- Die Strickrichtung ist die Richtung der Maschenreihen und -säulen. Sie beeinflusst Fall, Dehnung und wie stark sich Kanten einrollen.
- Lycra/Elasthan
- Lycra ist ein Markenname, Elasthan die Faser. Beide sorgen für hohe Dehnung und bessere Rücksprungkraft. Typisch sind 3–8% Elasthan im Jersey.
- Mulesing-frei
- Mulesing-frei bedeutet, dass bei der Wollgewinnung auf das schmerzhafte Entfernen von Hautfalten am Schaf verzichtet wird. Ein wichtiges Tierwohl-Kriterium, besonders bei Merinowolle.
- Blickdichtheit
- Blickdichtheit beschreibt, wie wenig der Stoff bei Dehnung durchscheint. Teste das gedehnt gegen Licht. Dunkle Farben und höhere GSM sind oft blickdichter.
04Häufig gestellte Fragen
Die Fragen, die uns am häufigsten zu Jersey erreichen, kurz und praxisnah beantwortet.
Welcher Jersey eignet sich für Anfänger?
Am einfachsten ist Baumwolljersey mit ca. 180–220 g/m² und 3–5% Elasthan. Er ist formstabil, verzieht sich weniger und lässt sich gut bügeln. Sehr leichte Viskosejerseys unter 170 g/m² rutschen am Anfang schneller, die lass lieber erstmal liegen. Auch French Terry (Sommersweat) ist anfängerfreundlich, weil er etwas griffiger ist.
Was ist der Unterschied zwischen Baumwolljersey und Viskosejersey?
Baumwolljersey ist meist etwas fester, sportlicher und sehr alltagstauglich. Viskosejersey fällt fließender, wirkt kühler auf der Haut und drapiert schöner, kann aber leichter ausleiern. Beim Nähen ist Viskose häufig rutschiger und rollt stärker an den Kanten. Für figurbetonte Teile und Kleider ist Viskose toll, für Basic-Shirts ist Baumwolle oft unkomplizierter.
Muss ich Jersey vor dem Nähen waschen?
Ja, in den meisten Fällen lohnt sich die Vorwäsche. Baumwolljersey kann 3–7% einlaufen, bei 150 cm Breite sind das schnell mehrere Zentimeter. Wasche so, wie du das fertige Teil später pflegst (z. B. 30–40 °C) und trockne am besten wie geplant (Lufttrocknen oder Trockner). Bügle den Stoff danach glatt, dann wird der Zuschnitt genauer.
Welche Nadel für Jersey?
Nimm eine Jersey- oder Stretch-Nadel, damit die Maschen nicht beschädigt werden. Für die meisten Jerseys passt Stärke 70/10 oder 80/12, bei dickem French Terry eher 80/12 bis 90/14. Wenn Stiche auslassen, probiere zuerst eine frische Stretch-Nadel, das hilft oft sofort. Als Stich eignet sich ein schmaler Zickzack (z. B. Breite 0,5–1,0 / Länge 2,5–3,0) oder ein elastischer Geradstich.
Kann ich Jersey ohne Overlock nähen?
Ja, das geht gut mit der normalen Nähmaschine. Nutze einen elastischen Stich (Zickzack oder Blitzstich), damit Nähte beim Anziehen nicht reißen. Versäubern ist bei Jersey oft nicht zwingend, weil er nicht ausfranst. Für saubere Innenkanten kannst du Zickzack, Overlockstich oder eine Zwillingsnadel nutzen. Wichtig ist ein gleichmäßiger Stofftransport: wenn es wellt, reduziere den Nähfußdruck oder nutze einen Obertransportfuß.
Was bedeutet GOTS?
GOTS steht für Global Organic Textile Standard und ist ein Siegel für Bio-Textilien. Es prüft nicht nur die Faser, sondern auch Verarbeitung, Chemikalien, Abwasser und soziale Standards. Achte auf die Kennzeichnung „GOTS certified“ und idealerweise auf eine Zertifikatsnummer. Für Baby- und Hautkontaktteile ist GOTS ein guter Orientierungspunkt.
Wie viel Stoff brauche ich für ein T-Shirt?
Als grobe Faustregel bei 150 cm Stoffbreite: Kinder (Gr. 92–128) meist 0,6–1,0 m, Damen (Gr. 34–44) ca. 1,2–1,6 m, Herren (Gr. 46–56) ca. 1,4–1,8 m. Mit langen Ärmeln, Kapuze oder Muster-Rapport brauchst du mehr. Bei Streifen oder großen Motiven plane 10–30 cm extra ein, damit du sauber anpassen kannst. Am sichersten: Schnittteile einmal auf dem Stoffplan auslegen und dann die Länge messen.
Jersey rollt an den Kanten, was tun?
Das ist normal, besonders bei Single Jersey: Er rollt zur rechten Seite ein. Hilfreich sind Sprühstärke, Wonder Tape oder ein schmaler Zickzack knapp an der Kante, bevor du weiterverarbeitest. Schneide mit Rollschneider und Gewichten, dann verzieht sich weniger. Beim Säumen stabilisiert ein Streifen Formband oder dünnes Nahtband (z. B. 8–10 mm) die Kante und verhindert Wellen.
Woran erkenne ich guten Jersey (Qualität)?
Achte auf gleichmäßige Maschen, eine glatte Oberfläche und gute Rücksprungkraft: Zieh den Stoff 10 cm auseinander und schau, ob er sofort wieder in Form geht. Bei Baumwolljersey sind 180–220 g/m² oft ein guter Allround-Bereich, sehr leichte Qualitäten können schneller ausleiern oder durchscheinen. Prüfe die Blickdichtheit gedehnt gegen Licht, besonders bei hellen Farben. Zertifikate wie OEKO-TEX oder GOTS sind zusätzlich ein Plus, ersetzen aber nicht den Griff- und Dehntest.
Wie verhindere ich wellige Nähte und ausgeleierte Ausschnitte?
Wellen entstehen oft durch zu viel Zug oder zu hohen Nähfußdruck. Reduziere den Nähfußdruck (wenn möglich), nutze einen Obertransportfuß und nähe, ohne am Stoff zu ziehen. Ausschnitte stabilisierst du mit Formband oder Nahtband, besonders bei Viskosejersey und bei schweren Stoffen. Für Bündchen gilt: meist 10–15% kürzer zuschneiden als die Ansatzkante, dann liegt es schön an.
Noch eine Frage offen? Schreib uns einfach, wir helfen gern.
